Tastatur

1. VZ 200 / LASER
(retro) FAN CLUB

Kontakt : Webmaster
Click here to join vzemu
OYOS - WebKatalog - WebDirectory

Navigation

Startseite

Emulatoren
Software
Club-Soft
FAQ's
Historie
Links
Programm Handbuch
Testbericht
Tools
Urheber-Recht
Zum Dank
  
Kurzer geschichtlicher Abriss  
------------------------------------------------------------------------ 
 
Das goldene Zeitalter der Homecomputer begann 1975 mit den vom Altair 
inspirierten KIM 1 und Wozniaks Eigen - Entwicklung, die später unter 
dem Markennamen Apple verkauft wurde. Das Ende zeichnete sich bereits 
ab, als 1985 versucht wurde mit MSX einen Standard für Homecomputer 
einzuführen. Zwei Prozessorfamilien, der 6502 von MOS und der 8080 von 
Intel / Zilog (später Z80) mit 8Bit Datenbus bildeten das Herz der 
meisten der Homecomputer dieser Aera. Auch 1983 war den meisten Menschen 
in den modernen Industrie Gesellschaften ein Zugang zu Rechenzentren 
versperrt. 
Die Homecomputer stellten eine Rechenleistung bereit, die man bis dahin 
nur von Grossrechnern kannte und ermöglichten einem breiten Publikum 
erstmals einen Zugang zu dieser neuen Welt. 
  
  
LASER 110 / 210 / 310 und VZ 200 
------------------------------------------------------------------------ 
 
Ende 1983 tauchten auf dem deutschen Homecomputermarkt die Laser 
110, 210 und VZ 200 auf. Der LASER 310 im August 1984. Im Februar 
1984 erschien ein Testbericht für den VZ 200 in der Zeitschrift mc. 
Die LASER 110, 210, 310 sowie der VZ 200 weisen leicht unterschied- 
liche Details auf. Im Wesentlichen handelt es sich aber immer um 
dieselbe Hardware. Dem LASER 110 fehlt z.B. die Platine, die für 
die Farbausgabe zuständig ist. 
In den USA erschien ein LASER 100, in Großbritannien wurden sie 
unter den Namen Texet, LASER 200 und Salora Fellow vertrieben. 
In Australien von Dick Smith als Laser 200/300. 
 
Der LASER 310 hat statt der Gummi- eine kleine Schreibmaschinen- 
tastatur. Der Speicherausbau ist etwas unterschiedlich. Alles 
Zubehör ist für alle Varianten geeignet, außer den 16K Speicher- 
erweiterungen. 
Die Software ist problemlos untereinander austauschbar, sofern 
ausreichend Speicherplatz zur Verfügung steht. Hersteller war 
Video Technology Limited (VTL später VTECH) in Hong Kong. 
  
  
Vertrieb 
------------------------------------------------------------------------ 
 
Als Generalimporteur für Deutschland trat die Firma SANYO VIDEO 
Vertrieb in Hamburg Lange Reihe 29 auf, später umbenannt in 
CE-TEC Trading GmbH. Der Firmensitz wechselte zum 1.1.1986 nach 
Ahrensburg. Danach firmierte sie unter den Namen ACER, Acer-Cetec 
GmbH, Ce-Tec Data Technology GmbH, ACER-Cetec Computer GmbH. 
Schwer nachvollziehbare Strukturen. - Siehe auch bei Software. 
 
Die VZ/LASER wurden als Low Cost Computer hauptsächlich von den 
Kaufhäusern Neckermann, Quelle, Karstadt und Kaufhof verkauft. 
Schätzungen zufolge insgesamt 30 bis 50 tausend verkaufte 
Einheiten in Deutschland. Zielgruppen waren Schüler und Studenten. 
Wer sich neben dem Rechner (300 bis 450 DM) die nötige Peripherie 
(Farbmonitor, Drucker, Diskettenstation, Speichererweiterung, 
Joysticks, Druckerinterface) zulegte, hatte trotzdem für sein 
System schnell 3.000 DM und mehr ausgegeben. Im Vergleich zu 
anderen Systemen jener Zeit ein eher noch günstiger Betrag. 
(Anm.: Ein Handwerker verdiente damals im ersten Gesellenjahr 
monatlich etwa 2.000 DM Brutto). 
 
Hauptzweck der Firma Sanyo Video / CE-TEC war zu Beginn wohl der 
Vertrieb von SANYO Monitoren. Dazu kamen dann Datenrekorder und 
Drucker auch anderer Hersteller. Der Verkauf von LASER Computern 
unter der Firmenbezeichnung Sanyo Video war so irreführend, daß 
sich SANYO schließlich die weitere Verwendung Ihres Namens verbat. 
Später benutzte CE-TEC in Anlehnung an die SANYO Computer die Be- 
zeichnung MPC 80 für ihre MSX Version (ein Daewoo DPC 200 mit 
deutscher Tastatur). Der Handel mit Homecomputern war für die 
Firma wohl eher ein Nebengeschäft, wie schon der Vertrieb des 
Videospiels Creativision. Die Namensverwirrung führte dazu, daß 
zum Beispiel der LASER 310 in der Zeitschrift Happy Computer 
(9/'84) als japanisches Produkt gelobt wurde. Im Heyne MSX Buch 
1985 machte D.Eirich den gleichen Fehler, indem er die Firmen 
SANYO und Sanyo Video gleich setzte. 
  
  
Zubehör 
------------------------------------------------------------------------ 
 
Nachteilig für die LASER Reihe wirkte sich aus, daß das Zubehör 
relativ spät auf dem Markt auftauchte, sodaß sich viele von dem 
Produkt bereits wieder abgewendet -, oder gleich ein anderes 
gewählt hatten. Die Kosten des Zubehörs hielten auch viele davon 
ab, sich mit den Geräten weiter auseinander zu setzen. Immerhin 
dienten sie als Werkzeuge vielen dazu, BASIC zu lernen und eine 
neue Technologie kennenzulernen. So wurden LASER Homecomputer 
auch in Computer-Feriencamps an der Adria eingesetzt. 
 
LASER 110/210 - 11/83 Werbung in Mein Home Computer 
VZ 200 - 2/84 Test in mc 
LASER 310 - 9/84 Vorstellung in Happy Computer 
Disketten-Laufwerk - 10/84 Test in ? 
Light-Pen - 12/84 Test in Happy Computer 
Plotter PP-40 - vor 1/85 RUN 
A/D Wandler - 4/85 Angebot in c't 
USER PORT - 5/85 Angebot in Mein Home Computer 
  
  
Graphik Möglichkeiten 
------------------------------------------------------------------------ 
 
Die LASER Computer standen seinerzeit in Konkurrenz zum TRS-80 und 
dem ersten 100 Dollar Computer, dem ZX 81. Die Möglichkeit, farbige 
Grafiken darzustellen war noch recht neu und so verlieh man ihnen 
das Attribut Color Computer. Jedoch weder bei der Markteinführung, 
noch später wurden die VZ/LASER mit vergleichbaren Werbekampagnen 
begleitet. 
Nicht nachvollziehbar bleibt, warum der Hersteller die Fähigkeiten 
des Videocontrollers nicht voll ausgeschöpft hat. So läßt sich ohne 
großen Aufwand ein dritter Grafik Modus mit 256 * 192 Bildpunkten 
darstellen (49.152 Bildpunkte statt 8.192 in Mode (1) !). Das hätte 
dem neuen MSX Standard entsprochen und eine brauchbare 
Textverarbeitung möglich gemacht. 
  
  
Geklautes Betriebssystem ? 
------------------------------------------------------------------------ 
 
1977 verkaufte Microsoft seinen Basic-Interpreter an Apple und 
Tandy. Das Betriebssystem der VZ / LASER ist über weite Teile 
identisch mit dem des alten TRS-80 I von Radio Shack mit 
Basic Level II. Dadurch ist es möglich TRS80 Maschinenprogramme 
recht problemlos für die LASER Homecomputer zu übertragen. Die 
zu den besten kommerziellen gezählten Programme, ASSEMbler und 
LASCOM (BASIC-COMPILER), waren Umsetzungen der alten TRS-80 
Programme. Auf den Geräten, im ROM, oder in den Handbüchern fehlt 
jeglicher Hinweis auf Tandy, oder MICROSOFT als Entwickler des 
Betriebssystems. Die Kürzel der Entwickler sind aber noch erhalten. 
Gegenüber dem TRS80 sind im ROM einige BASIC Befehle gelöscht worden, 
jedoch ohne die zugehörigen Unterprogramme zu entfernen. Das hatte 
gewiss Lizenz Gründe und stellte keine Verbesserung des BASIC dar. 
Der VZ / LASER war ursprünglich nicht konzipiert für Diskettenbetrieb, 
sondern für den Einsatz von Cartriges, wie sie später bei den Lern- 
computern von VTECH Verwendung fanden. Die Geräte tragen aufgeklebte 
Typenschilder mit den Schriftzug MADE IN HONGKONG. 
Die Gerüchte um Lizenzbetrug und Rechtsstreitigkeiten nahmen 
deshalb kein Ende. - Vielleicht waren diese Ungereimtheiten mit 
ein Grund für die mangelhafte Werbung. 
  
  
Andere LASER 
------------------------------------------------------------------------ 
 
Es gibt nur wenige Bilder und Prospekte zu den Produkten. Einzel- 
händler waren in ihrer Werbung auf Fotokopien von Prospekten und 
Zeitungsausschnitten angewiesen. Die Firma VTL kann mit CE-TEC 
nicht sonderlich zufrieden gewesen sein, sonst hätte sie für die 
folgenden LASER nicht versucht andere Vertriebsfirmen zu finden. 
Von CE-TEC wurden noch die LASER 2001, 3000 und der MSX Rechner 
MPC 80 gehandelt. Vermutlich auch der LASER MSX 2. 
Es gab danach noch die LASER 350, 500 und 700, die aber kaum noch 
Abnehmer fanden. Außerdem einen APPLE kompatiblen LASER 128 und es 
soll einen IBM-PC kompatiblen gegeben haben (LASER 5000 ?). Weiter 
die Handhelds (Alphanumerische Taschenrechner) PC3, PC4, PC5 und 
den LASER 50. 
Später produzierte VTECH sogenannte Kinder Lerncomputer 
in verschiedenen Variationen unter diversen Bezeichnungen. 
 
 
Die mangelnde Werbung mag der Grund dafür sein, daß es 2006 zwar 
noch eine Scene in Australien oder für den ZX81 gibt, seit Jahren 
aber nicht mehr für den VZ/LASER, obwohl diese vielleicht sogar in 
größeren Stückzahlen in Deutschland verkauft worden sind. 
  
  
Nur so gut wie die Software... 
------------------------------------------------------------------------ 
 
Ein weiterer Knackpunkt war der Software Vertrieb. Beim Erscheinen 
der LASER Computer gab es gerade einmal 12 Programme. Bis 1985 
immerhin ca.50 Stück. Wenn man sich heute die Programme ansieht, 
die damals für teures Geld von Sanyo Video verkauft worden sind, 
so muß man das teilweise als Nepp bezeichnen. Vielfach hatten die 
Käufer dann noch das Problem, das sich Originalsoftware nur mit 
Mühe und oft gar nicht von den Kassetten laden ließ. 
 
Neben Quelle und Karstadt verkauften Sanyo Video und COMTRONIK 
Vertrieb GmbH in 2070 Ahrensburg, Postfach 1554 Original Software. 
Später nannte sich diese Firma in ACTRONIK um. CE-TEC zog 
angeblich wegen Platzmangel nach Ahrensburg um. 
Möglicherweise sind diese teilweise Firmen identisch. 
 
Eine Betreuung der verschiedenen Computerclubs, wie man es von 
anderen Firmen kannte, fand nicht statt. Auf Anfragen gab es nur 
spärliche Auskunft, oft erst nach oft mehrfachem Nachfragen. Somit 
funktionierte und hielt sich auch nur der 1.VZ/LASER Fan Club des 
Wolfgang Maschke in Berlin dank dessen unermüdlichem Engagement. 
Von Februar 1984 bis August 1989 erstellte er 26 Info-Magazine 
in einer Auflage von jeweils ca. 150 Stück sowie zwei Sonderhefte. 
Dank seines mühevollen und unentgeltlichen Einsatzes war so etwas 
wie eine Fan-Gemeinde zustande gekommen, in der über 700 Programme 
und einiges an Zubehör für den VZ/LASER entwickelt wurden. 
Im Gegensatz zu den Usern anderer Homecomputer konnte der 
VZ / LASER Fan zumindest im Anfang nicht auf eine Programmauswahl 
zurückgreifen, sodaß sich der Grundsatz bewahrheitete :  
- Ein Computer ist nur so gut wie sein Programm. 
  
  
Literatur zum LASER 
------------------------------------------------------------------------ 
 
Im Vergleich zu anderen Systemen erschienen zum LASER nur wenige 
Artikel in Computerzeitschriften. Besonders spärlich sah es auch 
auf dem Büchersektor aus. Erst Ende 1984 wurden die Bücher Tips 
und Tricks für LASER 110 und 210, sowie das Software-System 
Handbuch I, Autor Wolfgang Radeloff herausgegeben; wobei das erste 
eher überflüssig, das zweite aber ein unbedingtes Muß für die 
Programmierung darstellte. (Die TRS 80 Routinen, PEEK und POKE, 
Strukturierte Programmierung, Steuerungsaufgaben, Grafik, Ton, Ma- 
schinen und Assemblerprogrammierung). Außerdem erschien im Hübben 
Verlag eine Mappe unter dem Titel ROM-Listing für LASER 
110,210,310. Entgegen dem Namen wurden aber nur Teile des 
Betriebssystems darin erklärt. 
 
Die Zeitschrift HC - Mein Home Computer hat zwei für die 
Assemblerprogrammierung unverzichtbare Bücher herausgegeben : 
ROM-Listings für LASER 110,210,310 und VZ 200, ISBN 3-8023-0852-2 
und Das LASER-DOS für LASER 110,210,310 und VZ 200, ISBN 
3-8023-0868-9. Beide 1985 erschienen im Vogel Verlag, Würzburg, 
von Gerhard Wolf.  
Das dritte Buch dieser Reihe heißt: Der Basic-Interpreter im Laser 
110,210,310 und VZ 200,ISBN 3-8023-0874-3, ebenfalls von G.Wolf 
Für den TRS-80 erschien von P.Immertz das Buch Programmieren in 
Maschinensprache mit Z80, Hofacker Verlag 1984,ISBN 3-921682-62-2 
welches auf Grund der Systemähnlichkeit geeigneter ist, als die 
sogenannte 'Bibel der Z80 Programmierer' von Rodney Zaks : 
Systemprogrammierung auf dem Z80, Sybex Verlag, ISBN 3-88745-099-x